Die Intensivierung des Wettkampfsportes

Der stetige Ausbau der Wettkampf-Aktivitäten wäre ohne die Begeisterung, die nach den ersten Erfolgserlebnissen in den Verein hereingetragen wurde, nicht möglich gewesen. Auch die Eltern, die das Können ihrer Sprösslinge bisher lediglich ein- oder zweimal im Jahr anlässlich der Gürtelprüfungen begutachten konnten, zogen bereitwillig mit.

Außerdem schaltete sich mit Roland Mann, der 1986 im Verein mit dem Judo-Sport begann, ein engagierter Jugend-Trainer immer mehr in die Wettkampf-Aktivitäten ein. Über eigene Wettkampfteilnahmen und die regelmäßige Teilnahme am Training in anderen Vereinen eignete er sich die notwendige Erfahrung an.

1991 wurde der erste Titel auf Kreisebene errungen. Im selben Jahr schafften zwei junge Judokas der C-Jugend den Sprung zur Badischen, wo sogar ein dritter Rang heraussprang. Fortan war der Bann gebrochen: In der B-Jugend gab es gleich drei Hochrhein-Meister für den Verein, zwei südbadische Vizemeisterschaften und einen driten Rang bei den Badischen. 1991 war auch das Jahr, in dem der Club seine erste Männermannschaft ins Rennen schickte. Man beteiligte sich an der Kreisliga - in der es allerdings nur zum letzten Platz reichte, da man nicht alle Gewichtsklassen besetzen konnte.

1992 zeigte die Erfolgskurve weiter nach oben. Beim Hochrhein-Mannschaftspokal holte die Jungen-Mannschaft den Pokal. Bei den Einzelmeisterschaften kamen weitere Titel hinzu. Außerdem schaffte in diesem Jahr eine junge Kämpferin des Judo-Clubs den großen Durchbruch. Sarah Riester kämpfte in der B-Jugend eine ganze Saison zu Null und wurde im Sommer in die neu gegründete B-Jugend-Nationalmannschaft berufen. Die trainingseifrige Sarah, betreut von Roland Mann, wechselte dann allerdings nach den Sommerferien zu Rot-Weiß Lörrach. 1994 wurde Sarah Riester Deutsche Meisterin. 1992 trat der Verein auch erstmals als Ausrichter einer offiziellen Meisterschaft in Erscheinung - die Hochrhein-Meisterschaften der B-Jugend fanden in der Hermann-Burte-Halle statt.

1993 wurden weitere Schritte vollzogen, um das erreichte Niveau zu halten: Roland Mann erreichte die Kampfrichter-Lizenz. Er war damit der erste Verbands-Kampfrichter aus den Reihen des Judo-Clubs. Außerdem absolvierten Herbert Frey und Hubert Gerspacher die Ausbildung zum Trainer C. Die Zahl der Medaillengewinne steigerte sich abermals: Die Mädchen-Mannschaft der C-Jugend, verstärkt durch einige Kämpferinnen aus Schopfheim, holte den südbadischen Meistertitel und den dritten Rang bei den Badischen Meisterschaften.

1994 war das sportlich bis dahin erfolgreichste Jahr des Judo-Clubs. Über 40 Medaillen holte die Jugend des Vereins in die Reblandgemeinde, darunter zahlreiche Meistertitel, wobei die Mädchen der C-Jugend das Aushängeschild des Clubs waren. Zwei von ihnen, Lena Ziegler und Caroline Hunzinger, erkämpften sich jeweils den Titel einer badischen Meisterin. Bei den Hochrhein-Meisterschaften der C-Jugend und auch beim internationalen Pokalturnier in Wutöschingen war der Judo-Club der erfolgreichste Verein und sicherte sich jeweils die Mannschaftswertung. Die C-Jugend-Mädchenmannschaft wurde zudem badischer Vizemeister. Weiterhin lud der Club wieder zu einer offiziellen Meisterschaft in die Burte-Halle. Wieder waren es die Hochrhein-Meisterschaften der B-Jugend, die ausgerichtet wurden.

1995 machte der Verein mit seinen B-Jugendlichen auf sich aufmerksam. Mit Caroline Hunzinger, Florian Kammerer und Hannes Krebs gelang gleich drei Kämpfern die Qualifikation für die Süddeutschen Meisterschaften. Bei den C-Jugend-Hochrhein-Meisterschaften wurden zehn Medaillen errungen, darunter zwei goldene. Bei den Badischen sprang dann ein dritter Rang heraus. Die D-Jugend - jüngste Altersgruppe im Judo - stand ihren älteren Kameraden in nichts nach: Zwei erste, drei zweite und sechs dritte Plätze wurden auf Hochrhein-Ebene erkämpft. Gleich fünf Judokas schafften die Qualifikation für die Badischen Meisterschaften, wo der JC Efringen-Kirchen mit einem Titel für Tamara Barnickel, einem 2. Rang für Julia Heinrich und zwei dritten Rängen als erfolgreichster Hochrhein-Verein abschnitt. Außerdem mischen zwei Mannschaften in der von den teilnehmenden Vereinen in diesem Jahr neu ins Leben gerufenen Dreiländereck-Jugendliga kräftig mit.

Trotz vermehrter Erfolge bei offiziellen Meisterschaften hat über all die Jahre die Vereinsmeisterschaft ihren Stellenwert behalten und nicht an Attraktivität eingebüßt. Hier, vor den Augen der mitfiebernden Eltern, zu gewinnen, ist für die Kinder und Jugenlichen nach wie vor etwas Besonderes. Zumal die Vereinsmeisterschaften ihre eigenen Gesetze haben: Seit 1989 werden die Vereinsmeister in Efringen-Kirchen nämlich nicht mehr nach Buben und Mädchen getrennt ermittelt. Diese Zusammenlegung hat sich durchaus bewährt und noch jedes Jahr zu hochinteressanten Begegnungen geführt. Aus einer Mammutveranstaltung mit 70 Teilnehmern und nur einer Mattenfläche im Jahr 1993 wurde 1994 ein übersichtliches Turnier auf 2 Matten.

Das neben den Wettkampfaktivitäten die Prüfungsvorbereitungen nicht zu kurz kamen, zeigt die Statistik. So wurden 1994 gleich 8 Gürtelprüfungen abgenommen, an denen insgesamt 108 Prüflinge teilnahmen. Ebenso wie ihre Schüler verspürten 1994 auch die Trainer Herbert Frey, Roland Mann und Hubert Gerspacher ungewohnten Prüfungsdruck: Sie legten nach zweijähriger Vorbereitung durch ihren Meister Rudi Schmidt und zeitweiser Unterstützung durch Daniel Lafille, Rot-Weiß Lörrach, ebenfalls ihre Prüfung zum 1. Dan ab.