Die sportliche Entwicklung: Erste Ansätze

Der Wettkampf, die Anwendung der im Rahmen der Vorbereitung zu Gürtelprüfungen erlernten Techniken im sportlichen Kräftemessen, gehört eigentlich zum Judo dazu. Das, was man erlernt mit Hilfe des Partners, sollte auch dann funktionieren, wenn der andere nicht so “mitspielt” wie gewünscht.

Schon nach der ersten Gürtelprüfung der Judo-Abteilung 1971 in der Aula der Schule ermunterte Prüfer Freddy Herz die Prüflinge dazu, das Erlernte auch einmal bei Wettkämpfen zu erproben. Das geht aus einem Zeitungsbericht über die Prüfung hervor. Damit aber tat sich die Abteilung schwer. Es wurde zwar eifrig trainiert, aber erfolgsorientiertes Leistungsdenken kam in der breitensportlich ausgerichteten Gruppe, die den Fitneß-Aspekt und die Kameradschaft in den Mittelpunkt stellte, nie so recht auf.

Erst mit der Intensivierung der Jugendarbeit wurden ernsthafte Überlegungen in diese Richtung angestellt. Den Jugendlichen sollte die Möglichkeit sich sportlich auszeichnen zu können nicht verwehrt werden - diese Ansicht vertrat Trainer Falko Stiller, wie einzelnen Protokollen zu entnehmen ist, immer wieder. Da der Verein aber keine Judokas in seinen Reihen hatte, die über eigene Wettkampferfahrungen verfügten, schlug Falko Stiller schon 1978 vor, Spezialisten einzuladen, die Kenntnisse aus dem Bereich Wettkampfsport vermitteln sollten. Außerdem forderte er eine Dreiteilung des Trainingsbetriebes in Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Wettkampftraining.

Am 15. Juli 1979 wurde dann ein erster Schritt in Richtung Wettkampfsport unternommen: Die ersten Vereinsmeisterschaften wurden ausgerichtet. Diese waren ein durchschlagender Erfolg. Es nahmen so viele Kinder und Jugendliche daran teil, dass immerhin sieben Wettkampfklassen gebildet werden konnten. Warum die Vereinsmeisterschaften in den Folgejahren nicht beibehalten wurden, ist nicht genau nachzuvollziehen. Jedenfalls wurde diese Veranstaltung erst 1987 wieder aufgegriffen.

Dabei scheint man durchaus gewillt gewesen zu sein, den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten. So schreibt Christa Gran im Protokoll über die Mitgliederversammlung der Judo-Abteilung vom 23. Mai 1980:

Das Kampftraining soll intensiviert werden, und an entsprechenden Kämpfen sollte teilgenommen werden. Hierzu wird festgestellt: Die Startgebühr soll vom Teilnehmer bezahlt werden. (...) Wenn ein PKW zu Transportzwecken zur Verfügung gestellt wird, sollte vom Verein für Vereinsmitglieder ein Kilometergeld von DM 0.15 bezahlt werden. (...) Es wird vorgeschlagen, mit befreundeten Vereinen Freundschaftskämpfe durchzuführen.

Ein, im Nachhinein betrachtet, halbherziger Beschluss, da man offensichtlich nicht dazu bereit war, für Wettkampfteilnahmen auch finanzielle Opfer zu bringen.

Dennoch aber verlor man das Wettkampftraining nie ganz aus den Augen. Falko Stiller besuchte immer wieder mit einigen Jugendlichen, die Interesse zeigten, Trainingsabende bei anderen Clubs - vor allem beim Judo-Club Umkirch oder bei Rot-Weiß Lörrach wurde mittrainiert. Auch an einigen Turnieren wurde mit einigen wenigen Kämpfern teilgenommen.

In der Abteilungsversammlung des Jahres 1982 stand dann die Veranstaltung von Vereinsmeisterschaften wieder zur Diskussion. Schließlich wurde darüber abgestimmt, ob im anstehenden Jahr eine solche Vereinsmeisterschaft oder lieber ein Grillfest veranstaltet werden sollte. Die Mehrheit entschied sich für ein Grillfest.

Trotz dieses Rückschlags wurden die Rahmenbedingungen für ein qualifiziertes Training weiter verbessert: In Rudi Schmidt, der 1981 die Übungsleiter- und 1986 die Trainerlizenz erlangte, bekam man einen weiteren anerkannten Trainer hinzu.

Die sportlichen Hauptereignisse dieser Jahre waren stets die Gürtelprüfungen, zu denen die Eltern eingeladen wurden. Die Prüfung wurde dabei - darauf legte man Wert - stets von einem Fremdtrainer abgenommen. Weiterhin beteiligte sich die Abteilung auch an einigen Jahresfeiern des TuS Efringen-Kirchen mit Vorführungen.

Der Einstieg ins Wettkampfgeschehen

Der eigentliche Einstieg ins Wettkampfgeschehen, also die Teilnahme an offiziellen Verbands-Meisterschaften (die wenigen Turniere, die man zuvor besucht hatte, waren Pokal- oder Gürtelfarbenturniere), erfolgte erst 1989.

Allerdings wurden die Weichen dazu bereits früher gestellt: 1987 war es, als man beschloss, die neu angeschaffte Judo-Matte mit Vereinsmeisterschaften einzuweihen, die dann 1988 auch mit 34 Teilnehmern durchgeführt wurden. Bei diesem Turnier war die Begeisterung so groß, dass man überein kam, es endlich zu einer bleibenden Einrichtung werden zu lassen. Außerdem zeigten bei dieser Gelegenheit einige der jungen Mattensportler so viel Talent, dass ihnen die Möglichkeit gegeben werden musste, an Wettkämpfen teilzunehmen!

Diesen Schritt vollzog der Verein dann 1989: Das südbadische Pokalturnier in Grenzach-Wyhlen war der erste offizielle Wettkampf. Von dort kehrte man sogleich mit drei Bronzemedaillen zurück, und erstmals tauchte der Name des Vereins damit auf der Sportseite der Tageszeitungen auf. Bei den Kreismeisterschaften der C-Jugend im selben Jahr wurden eine Silber und drei Bronzemedaillen erkämpft. Einer Bronzemedaille bei den nächsthöheren, den Beziksmeisterschaften, folgte ein neunter Rang bei den “Badischen”. Hinzu kamen dann noch Medallien-Gewinne bei den Hochrhein-Meisterschaften der A-Jugend. Im ersten Wettkampfjahr eine tolle Bilanz.

Ermutigt durch diese ersten Achtungserfolge wurden weitere Übungsleiter ausgebildet: Agathe Herr, Werner Mutterer und Herbert Frey absolvierten in demselben Jahr den Übungsleiter-Helferlehrgang.

Einen tollen sportlichen Erfolg konnte der Verein indessen schon 1987 feiern. Im Dezember hatten Werner Mutterer und Rudi Schmidt die Prüfung zum 1. Dan, dem ersten Meistergrad des Judos, erfolgreich abgelegt. Sie waren damit die ersten Schwarzgurt-Träger, die der Verein hervorgebracht hatte.