Von der Vereinsgründung: 1987-1995

Bereits 1979 setzten erste Überlegungen ein, sich vom TuS Efringen-Kirchen zu lösen und einen eigenständigen Verein zu gründen, um freier und selbstbewußter auftreten zu können. Am 24. Februar 1987 wurde dieser Schritt in der Wohnung von Rudi Schmidt dann endlich vollzogen.

Der Gründungsversammlung gehörten folgende 12 Personen an: Walter Meier, Volker Große, Georg Bühler, Herbert Frey, Rudolf Schmidt, Falko Stiller, Brigitte Knaudt, Angelika Fünfschilling, Evelyne Rey, Jürgen Czech, Werner Mutterer und Christa Gran.

Es wurde nach dem Muster der Satzung des Judo-Club Umkirch ein eigener Satzungsentwurf ausgearbeitet, den die Versammlung dann auch einstimmig annahm. Am 24. März 1987 wurde diese Satzung in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Lörrach aufgenommen. Nach der “Satzungsgebung” wurden die Vorstandsämter besetzt. Zum Vorsitzenden wurde Rudi Schmidt gewählt, der bereits zuvor seit 1977 als Abteilungsleiter fungierte. Zweiter Vorsitzender wurde Walter Meier, die Führung der Kasse bekamen Angelika Fünfschilling und Werner Mutterer übertragen. Kassenprüfer wurden Agathe Herr (in Abwesenheit gewählt) und Georg Bühler. Zum Schriftführer wurde Herbert Frey gewählt. Neu geschaffen wurde das Amt des Sportwartes, das - natürlich - mit Falko Stiller besetzt wurde.

Seit der Gründungsversammlung haben sich einige personelle Veränderungen ergeben. Das Amt des ersten Vorsitzenden blieb jedoch unverändert mit Rudi Schmidt besetzt. Ebenso blieb Herbert Frey Schriftführer. Walter Meier amtierte als 2. Vorsitzender bis 1992 und wurde dann von Hubert Gerspacher abgelöst. 1988 übernahm Werner Mutterer, unterstützt von seiner Stellvertreterin Agathe Herr, die Kassierergeschäfte. Nachdem er über Jahre hervorragende Arbeit geleistet hatte, gab er 1993 sein Amt an Uschi Oehlbach, unterstützt von Claudia Dannmeyer ab. Das Amt des Sportwartes mußte nach dem plötzlichen Tod Falko Stillers (dazu später) bereits 1987 neu besetzt werden: Georg Bühler sprang für ein Jahr ein. Dann folgte Hubert Gerspacher, der bis 1992 Sportwart blieb. Dann übernahm Roland Mann - zunächst gemeinsam mit Eva Molter - die Organisation des sportlichen Betriebes. Außerdem kam 1994 ein weiteres Amt hinzu, nämlich dasjenige des Materialverwalters. Diese Tätigkeit übernahm Sabine Hartmann.

Doch nicht nur wegen der Abnabelung vom TuS stellte das Jahr 1987 eine einschneidende Wendemarke in der Vereinsgeschichte dar. Der plötzliche Tod des bisherigen sportlichen Leiters Falko Stiller am 15. Oktober 1987 im Alter von nur 45 Jahren sorgte dafür, dass der Verein ohne seinen langjährigen sportlichen Motor dastand, da sich auch Christa Gran etwas vom sportlichen Geschehen zurückgezogen hatte. Der gerade erst gegründete Verein stand am Scheideweg. Rudi Schmidt, der 1981 die Übungsleiter- und 1986 die Trainerlizenz erworben hatte, musste als Trainingsleiter einspringen. Unterstützt wurde er von Werner Mutterer und Walter Meier. Am 23. Oktober 1987 nahm der Verein auf dem Freiburger Hauptfriedhof Abschied von seinem langjährigen Trainer. Doch man hatte keine Zeit, in Lethargie zu verfallen: Bereits einen Tag später trat der Verein mit Trauerflor bei der Gewerbeausstellung auf.

Außerdem war 1987 das Jahr des großen Mattenkaufes. Eine 100 Quadratmeter große Matte wurde angeschafft und mit Jugend-Vereinsmeisterschaften eingeweiht. Um diese Anschaffung tätigen zu können, war eine gewaltige Anstrengung notwendig. Es wurde eine Spendenaktion gestartet, in deren Rahmen man 120 Firmen und Geschäftsleute anschrieb. Das Ergebnis war überaus zufriedenstellend, denn 38 Einzelspenden gingen ein und erbrachten einen Betrag von insgesamt 3450 Mark. Ab Dezember 1987 stand den 40 Kindern und Jugendlichen sowie den 25 Erwachsenen eine modernen Auflagen entsprechende Wettkampffläche zur Verfügung.

Seither stieg die Mitgliederzahl kontinuierlich an: Bereits 1988 trainierten 54 Kinder und Jugendliche regelmäßig im Judo-Club. Damals allerdings war das Einzugsgebiet noch nicht so groß wie heute, wie die Mitgliederliste dieses Jahres belegt: Lediglich 8 Jugendliche kamen aus Orten außerhalb der Gemeinde. Bis heute, da 110 Kinder und Jugendliche auf der Matte aktiv sind, hat sich das Einzugsgebiet stets erweitert. 1988, im Rahmen der ersten Generalversammlung als selbständiger Verein, bekam die langjährige Trainerin und Mitbegründerin Christa Gran die Ehrenurkunde des Vereins überreicht. Sie wurde damit erstes Ehrenmitglied des Vereins und blieb bis zu den Jubiläumsfeierlichkeiten 1995 auch das einzige.

Seit 1989, als man “richtig” in das Wettkampfgeschehen einstieg (siehe nachfolgendes Kapitel), wird regelmäßig zweimal pro Woche trainiert. Mit eigenen finanziellen Anstrengungen wurde eine weitere 100 Quadratmeter-Wettkampfmatte angeschafft. Um auch mit den Wettkampfsystemen, den verschiedenen Austragungsschemata und Regeln vertraut zu werden, holte man 1990 den Listenführer-Lehrgang des Verbandes nach Efringen-Kirchen. 1991 dann hatte die Mitglieder-Entwicklung einen Stand erreicht, der die Anschaffung eines Computers notwendig machte. Weitere Anschaffungen wurden getätigt: 1991 konnte man sich vereinseigene Trainingsanzüge mit entsprechendem Aufdruck zulegen. 1992 entwarf der Verein ein eigenes Wappen: Es zeigt Judokas im Haltegriff auf einer roten, rautenförmigen Matte, die den Namen des Vereins trägt. Von diesem Signet ließ man Aufnäher für die Judogi, die Anzüge der Judokas, und Aufkleber anfertigen. Auch T-Shirts wurden mit dem Vereins-Emblem bedruckt. Weiterhin wurde die Ausstattung rund um die Wettkampfmatte vervollständigt. Mit geeichter Waage, Anzeigetafeln und weiteren Kampfgericht-Utensilien war man nun für die Ausrichtung offizieller Meisterschaften gewappnet.

Nach der Vereinsgründung nahmen aber nicht nur die Wettkampfteilnahmen (und Erfolge) rapide zu, sondern auch die Aktivitäten außerhalb der Matte: Als der Gewerbeverein 1988 den Weihnachtsmarkt auf dem neu gestalteten Bahnhofs-Vorplatz ins Leben rief, war auch der Judo-Club mit einem Stand vertreten. Tee mit Rum und Chesselifleisch, stilecht in einem fast schon antiken “Chessi” gekocht, wurden angeboten. Daneben informierte man per Flugblatt die Besucher über die Aktivitäten des Vereins und lud zum Probetraining ein. Das Ergebnis dieser Aktion: Wenige Erwachsene, die eigentliche Zielgruppe der Aktion, dafür aber umso mehr Kinder und Jugendliche fanden den Weg in den Judo-Club. Wegen des immer dichter gedrängten Terminkalenders zog sich der Verein nach drei Jahren mit seinem Stand wieder vom Weihnachtsmarkt zurück. 1992 unternahm man erstmals mit den Kindern eine Radtour von Efringen-Kirchen über Istein und Kleinkems, am Rheinufer entlang zur Kandermündung, wo ein buntes Grill- und Spielfest veranstaltet wurde. 1994 wurde diese Tour wiederholt. Dazwischen, 1993 also, war ein Hüttenwochenende im Schwarzwald angesagt. Bei rund 60 Kindern und Jugendlichen, die daran teilnahmen, kann man sich vorstellen, daß es dabei hoch herging.

Aufgrund des enormen Zulaufs aus einem immer größer werdenden Einzugsgebiet waren die Aufnahme-Kapazitäten des Vereines bald erschöpft. Man kam überein, Neulinge nur noch zu festen Terminen aufzunehmen und zu ausgeschriebenen Anfängerkursen zusammenzufassen. Effektivität und Erfolg der Ausbildung waren dabei ebenso Ziele wie der Erhalt von Spaß und Sicherheit auf der Matte. Eine Entspannung in diesem Engpass an Trainingsraum und -zeit ist bis heute nicht eingetreten.

1994 wurde eine weitere Neuerung eingeführt: Ein Frühschoppen für alle interessierten Eltern. Die Notwendigkeit, ein Forum zur Intensivierung der Kontakte zwischen Verein und Eltern zu schaffen, war klar gegeben. Denn: Die Vereinsarbeit hatte einen Umfang angenommen, der von den relativ wenigen erwachsenen Mitgliedern des Vereins alleine nicht mehr bewältigt werden konnte. Nicht nur bei den sich immer weiter erstreckenden Fahrten zu Wettkämpfen war man auf die Mithilfe der Eltern angewiesen, sondern auch bei Veranstaltungen wie den Vereinsmeisterschaften oder bei der Bewirtung anlässlich der Gewebeausstellung, um die der Judo-Club vom Gewerbeverein angegangen wurde. Der Frühschoppen - auch die ideale Gelegenheit für die Eltern, Anregungen zu geben, Fragen zu stellen oder Kritik zu üben - hat sich mit seiner lockeren Atmosphäre bestens bewährt.