In starkem Feld behauptet

Toller Auftritt von Fabienne und Linus

 

Einiges investieren Linus Hollnagel und Fabienne Läufer in den Judosport. Linus besucht regelmäßig das Kadertraining in Basel und Fabienne nahm einen Lehrgang wahr, den Landestrainer Rok Kosir am Olympiastützpunkt in Heidelberg gegeben hatte. Entsprechend ambitioniert traten beide bei der offenen Baden-Württembergischen Einzelmeisterschaft der U15 am 24. Februar in Kirchberg/Murr (Württemberg) an. Mit am stärksten war die Klasse bis 46 Kilo besetzt, in der esLinus Hollnagel mit 28 Mitkämpfern zu tun hatte. In der ersten Runde erhielt er ein Freilos, in Runde zwei wartete dann der starke Christoph Boersma vom SV Fellbach, der einen Kopf größer war als Linus. Linus zeigte aber gleich von der ersten Sekunde an, dass er nicht gewillt war, das Heft des Handelns aus der Hand zu geben. Fast etwas zu ungestüm griff er an. Zum Glück erkannte er, dass gegen einen Gegner mit solch langen Beinen Uchi-mata nicht unbedingt die beste Wahl ist. Nachdem Boersma denn auch gegen die Uchi-mata-Ansätze aussteigen konnte, stellte Linus auf O-goshi um und hatte sofort Erfolg. Dem ersten Waza-ari ließ er dann gleich den zweiten folgen, den er für Ko-uchi-gari erhielt. Sein Gegner hatte den Konter Tani-otoshi angesetzt, den Linus mit der Innensichel übernahm. Sein Gegner fiel voll auf den Rücken und Linus hatte damit den Sieg in der Tasche, der ihn ins Halbfinale brachte. Dort traf er auf den enorm starken Braungurtträger Daniel Paulsin (TV Erbach), der auch physisch enorm gut beieinander war. Dennoch konnte Linus mit Waza-ari in Führung gehen, den er für Tani-otoshi erhalten hat. Leider konnte Linus die Führung nicht lange halten, denn sein Gegner glich mit einem links angesetzten Soto-maki-komi aus. Danach entwickelte sich ein packendes Duell, ohne einen Vorteil für einen der beiden Kämpfer. Kurz vor Kampfende hatten dann beide einen engen O-goshi-Griff. Linus wartete leider einen Bruchteil zu lange mit dem Ansatz, so dass sein Gegner einen Selbstfaller anbringen konnte, der Linus den Sieg kostete. Denn Paulsin erhielt dafür Waza-ari. Nach langem Warten  hatte es Linus dann in der Trostrunde mit  Lucas Mayr vom BC Karlsruhe zu tun, von dem er sich gleich zu Beginn mit einem Fußfeger überraschen ließ, an den Mayr einen Haltegriff anschließen konnte. Hier wäre mehr drin gewesen, wie Linus auch selbst einräumte, der den Gegner vielleicht auch ein wenig unterschätzt hatte. Sein Auftritt war aber dennoch stark, auch wenn es am Ende wie im Vorjahr der neunte Rang zu Buche stand. Fabienne Läufer musste in der 57-Kilo Klasse, in der neun Kämpferinnen gemeldet waren, den Vorkampf bestreiten – und das gleich gegen die starke Luna Abboud-Herbert aus Konstanz. An ihrer Gegnerin war deutlich abzulesen, wie viel ein selbstbewusstes Auftreten ausmachen kann. Fabienne griff beherzt an, blieb aber nicht konsequent bei ihren Ansätzen. Als sie aus einem O-uchi-gari wieder ausstieg, konnte sie ihre Gegnerin umdrücken und in einen Haltegriff nehmen. Doch Fabienne schaffte mit einer Beinklammer gerade noch rechtzeitig die Befreiung, lag danach aber Waza-ari zurück und musste nun kommen. Sie erhöhte den Druck, ihre Gegnerin wartete aber ganz clever ab und nutzte einen misslungenen Ansatz von Fabienne, um sie erneut im Übergang vom Stand zum Boden in einen Haltegriff zu nehmen. Diesmal kam die Klammer von Fabienne einen Tick zu spät, so dass sie mit zweimal Waza-ari verlor. Luna Abboud-Herbert gewann dann am Ende das Turnier. In der Trostrunde drehte Fabienne dann richtig auf. Nun blieb sie konsequent im Wurf, wenn sie einmal angesetzt hatte, hüpfte mit der Gegnerin mit und zog dynamisch nach. Das brachte ihr gegen Anastasia Miller (Kustusch Stuttgart) einen schnellen Erfolg durch O-uchi-gari mit anschließendem Haltegriff. Auch Alina Siebold (TV Urbach) ließ Fabienne keine Chance, erneut war es ein O-uchi-gari, mit dem Fabienne durchkam. Sie erhielt dafür Waza-ari und arbeitete sich aus der Klammer der Gegnerin super in den Haltegriff, den sie dann bis zum zweiten Waza-ari hielt. Damit stand Fabienne im kleinen Finale um Rang drei, in dem sie Anna Rommel vom SV Winnenden einen tollen Kampf lieferte. Ein ums andere Mal hatte sie ihre Gegnerin am Boden, schaffte aber nicht den Umdreher zum Haltegriff. Ihre Gegnerin erhielt zwar einen Shido für Passivität, gleichwohl ging es in den Golden Score, weil keine der beiden eine positive Wertung erzielen konnte. In der Verlängerung ging es dann dramatisch zu, wobei Fabienne leider nicht das bessere Ende für sich hatte. Einen Uchi-mata-Ansatz konnte nicht ganz parieren und fiel auf die Seite. Von Schwung oder Dynamik war zwar nicht viel zu sehen, dennoch sprachen die Kampfrichter ihrer Gegnerin einen Waza-ari zu.  Nach tollen Kämpfen konnte Fabienne über Rang fünf strahlen. Als Lohn wurde sie von der Arge Leistungssport Baden-Württemberg als Nachrückerin für einen Lehrgang an der Sporthochschule Tailfingen nominiert.

Offene Baden-Württembergische EM der U15 am 24. Februar 2018 in Kirchberg/Murr:

5.Platz: Fabienne Läufer (-57)

9.Platz: Linus Hollnagel (-46)

Trainer: Herbert Frey