Gelungener Einstieg ins Wettkampfgeschehen  

Unsere U10 und U12 waren vergangenes Wochenende in Haltingen auf der Matte.

 

„Die Ergebnisse sind zweitrangig, wichtig ist, dass alle motiviert und mit Biss in die Kämpfe gehen und Erfahrungen sammeln“ – diese Parole gaben die Trainer vor der Kreismeisterschaft der U12 am Samstag, 27. Januar, in Haltingen und dem Haltinger Randoriturnier der U10 am Sonntag, 28. Januar, aus. Am Ende zogen Hebbi und Simon als Trainer das Fazit, dass die Einstellung unserer Teilnehmer, die fast alle das erste Mal bei einem Turnier antraten, absolut stimmte. Die entsprechenden Ergebnisse werden sich, wenn alle weiter  motiviert dabei bleiben und aus den begangenen Fehlern lernen, in den kommenden Turnieren mit Sicherheit einstellen.  

In der U12 überzeugte Julian Dick in der Klasse bis 31 Kilo. Als jüngerer Jahrgang lief er dem bereits den Orangegurt tragenden und wettkampferfahrenen Scott Tootle aus Haltingen zunächst in einen Wurf hinein, für den der Haltinger Waza-ari bekam. Aus dem anschließenden Haltegriff konnte sich Julian super befreien. Damit war er gewarnt und  passte bei den folgenden Aktion viel besser auf. Nachdem er den Haltinger mehrmals ins Leere laufen ließ, wurde Julian immer offensiver und versuchte, mit O-goshi zum Erfolg zu kommen. Dass dem Gegner kurz vor Schluss ein weiterer Waza-ari gelang, fiel da nicht mehr groß ins Gewicht. Eine nochmalige Steigerung zeigte Julian dann im Kampf gegen den Wutöschinger  Lian Büche, gegen den er ebenfalls zunächst mit Waza-ari in Rückstand geriet. Dann aber drehte Julian richtig auf und schaffte mit einem O-goshi den Ausgleich, so dass die Kampfrichter über den Sieg entscheiden mussten, den sie leider seinem Gegner zusprachen. Trotz der beiden Niederlagen zeigte Julian eine starke Energieleistung und wurde mit Rang drei belohnt. Auch Jakob Jung (bis 28), der bereits etwas  Wettkampferfahrung besitzt, zeigte eine ansprechende Leistung, auch wenn auch er drei Niederlagen hinnehmen musste, von denen aber zwei sehr unglücklich waren. So gestaltete er nach einer Niederlage gegen den starken Yannik Wildung aus Wutöschingen den zweien Kampf ausgeglichen, den er mit zunehmender Dauer immer stärker dominierte. Leider wurde Jakob für seinen Angriffsgeist nicht belohnt und musste kurz vor Schluss eine Art Konter hinnehmen, der hart an der Grenze zum Tani-otoshi war, der in dieser Altersklasse noch nicht erlaubt ist. Auch den dritten Kampf gestaltete Jakob, nachdem er wegen Nackengriffs verwarnt worden war, offen. Er zeigte sich variabel und versuchte, auch mit links angesetzten Techniken zum Erfolg zu kommen. Die Ansätze waren aber nicht konsequent genug. Leider gab auch in diesem Kampf eine Unachtsamkeit, die sein Gegner ausnutzen konnte, den Ausschlag zu Ungunsten von Jakob, der gleichwohl Dritter wurde. Bei den Mädchen kämpfte  Marlene Ruchay in einer Vierergruppe um den Titel der Klasse bis 33 Kilo. Respekt verdient vor allem ihre Einstellung, denn nachdem sie im ersten Kampf beim Versuch, aus einem Haltegriff zu kommen, den Rücken etwas verdreht hatte und weinend zum Sanitäter musste, gab sie nicht auf, sondern zog die beiden folgenden Kämpfe durch. Und das mit viel Engagement: Im  zweiten Kampf setzte sie die Vorgabe, die Gegnerin zu bewegen gut um, versäumte es aber, eine Technik anzuschließen, so dass sie schließlich wegen einer Strafe verlor. Auch im dritten Kampf ein ähnliches Bild, auch diese Gegnerin, Felicitas Kromer aus Wutöschingen, hätte Marlene packen können. Trotz der drei Niederlagen kam auch sie am Ende auf Rang drei. Vierte im Bunde war Ronja Bruskowski, die in der Klasse bis 52 Kilo allein war und damit als Kreismeisterin feststand. Sie kämpfte freiwillig gegen die Starterin in der offenen Klasse, die deutlich schwerer war als sie und gegen die kein Kraut gewachsen war. Gehandicapt durch Schmerzen im Nacken, ging Ronja in einen weiteren Freundschaftskampf gegen eine Kämpferin der Kategorie bis 48 Kilo, die erkennbar wettkampferfahren war. Einen Moment, in dem Ronja einen unsicheren Stand hatte, nutzte die Gegnerin aus für O-soto-otoshi. Damit haben sich – trotz der Niederlagen - alle Starter für die südbadischen Meisterschaften am 24. Februar in Lörrach qualifiziert.

Am Sonntag gingen in der U10 dann fünf Judoka mit enormem Engagement in ihren ersten Wettkampf. Was in der U12 am Samstag etwas fehlte, das war am Sonntag etwas zu stark ausgeprägt: Unsere Judoka griffen das ein oder andere mal zu schnell und zu ungestüm gleich in den ersten Sekunden an, ohne einen sicheren Griff zu haben und wurden dafür bestraft. Dennoch lief es für unsere Wettkampfneulinge gut: Leandro Caruso trat in der mit zehn Starten am beten besetzten Klasse bis 26 Kilo an und hatte in Runde eins ein Freilos. Seinen ersten Gegner zwang der dann, nachdem er zunächst in Rückstand geraten war, wiederholt in einen Haltegriff. Zweimal schaffte Leandro im Haltegriff den Ippon und damit die Maximalpunktzahl von 20 Punkten. Damit war er schon im Halbfinale, das er aber leider verlor. Er war etwas übermotiviert und wollte den Gegner praktisch überrennen. Auch den Kampf um Platz drei musste Leandro, der von einem links angesetzten Wurf seines Gegners überrascht wurde, abgeben, so dass er auf Rang fünf landete. Sein Bruder Vincenzo Caruso hatte in der offenen Klasse über 37 Kilo nur einen Gegner, gegen den er zwei Mal den Kürzeren zog. Er musste erkennen, dass man gerade gegen einen schwereren Gegner einen sehr sicheren, guten Stand benötigt, um zum Erfolg zu kommen. Stark waren die Auftritte unserer drei Kämpfer in der Klasse bis 31 Kilo. Bastian Ernst kam nicht ganz dazu, seine enorme Energie und Power richtig zur Geltung zu bringen. Gegen den starken Moritz Morath aus Wutöschingen, der links angriff, war kein Kraut gewachsen. Im zweiten Kampf gelang Bastian zunächst ein Waza-ari, der ihn ermunterte, noch risikoreicher anzugreifen, wofür er dann bestraft wurde. Denn sein Gegner holte ihn von den Beinen und schloss einen Haltegriff an, so dass der Kampf knapp verloren ging. Rang fünf war der Lohn. Richtig aufgedreht haben Linus Singrin und Emilian Rusch im anderen Pool: Linus gelangen zwei tolle Siege mit jeweils 20 zu null Punkten, wobei er mit O-goshis und starken Haltegriffen zum Erfolg kam. Damit trat er selbstbewusst im Halbfinale an, in dem er fulminant mit einem Wurf startete, dem die Kampfrichter aber eine Wertung versagten. Umso ungestümer und mit etwas Wut im Bauch griff Linus in den folgenden Aktionen an, wobei er aber einmal in Rückenlage geriet. Nach dem folgenden „Umdrücker“ konnte ihn sein Gegner in einen Haltegriff nehmen und damit gewinnen. Linus ärgerte sich am Ende über die nicht gegebene Wertung und auch über das schnelle „Mate“, mit dem es vom Boden wieder in den Stand ging. Mehrfach hatte er seinen Gegner kurz vor dem Haltegriff. Letztendlich verpasste er den Finaleinzug und erkämpfte sich Rang drei – eine tolle Leistung, wenn man bedenkt, dass er zuletzt wegen eines Armbruchs längere Zeit hatte pausieren müssen und erst seit zwei Wochen wieder im Training ist.  Für Emilian Rusch ging das Turnier mit einer Niederlage los, die bei etwas mehr Wettkampfglück auch hätte vermieden werden können. Auch Emilian  suchte offensiv die Entscheidung. Für diese Einstellung wurde er im zweiten Kampf belohnt, in dem ihm gleich drei tolle O-soto-otoshis gelangen. Im Halbfinale fand Emiilian dann aber kein Mittel gegen die starken Linkstechniken von Moritz Morath aus Wutöschingen.

Hochrheinmeisterschaft der U12 am 27. Januar in Haltingen:

  1. Platz Ronja Bruskowski (-52)
  2. Plätze:  Jakob Jung (-28)

                Julian Dick (-31)

               Marlene Ruchay (bis 33)

Haltinger Randori U10 am 28. Januar:

  1. Platz:   Vincenzo Caruso (+37)
  2. Plätze: Linus Singrin (bis 31)

                Emilian Ruch (bis 31)

  1. Plätze:  Leandro Caruso (-26)

                Bastian Ernst (-31)