Drei Mal Bronze bei der offenen Baden-Württembergischen Meisterschaft!

Das war ein erfolgreiches Wochenende für unsere U15

 

Das war eine Fahrt, die sich wirklich gelohnt hat. „Alles in allem ein super Ergebnis, tolle Kämpfe und eine gute Einstellung aller Kämpfer, auch wenn nicht alle Mühen mit dem erhofften Lohn vergütet wurden“, lautete das Resümee unseres Trainers Hubert Gerspacher nach starken Auftritten unserer Kämpfer bei der offenen Baden-Württembergischen Meisterschaft der U15 am 18. Februar in Kirchberg/Murr. Zu Beginn wurde bekannt gegeben, dass in der U15 nach dem neuen Wertungssystem gekämpft wird (kein Yuko mehr, kein Aufaddieren von Waza-aris), allerdings mit einer Ausnahme: Strafen bleiben relevant und können bei unentschiedenem positivem Wertungsstand den Kampf entscheiden. In der U18 geht es bei Unentschieden in den Wertungen nun bekanntlich in den Golden Score - egal, wie viele Shidos die Kämpfer haben. Damit haben wir in jeder der vier Altersklassen (U10, U12, U15 und U18) unterschiedliche Bewertungsregeln! Und das soll den Judosport einfacher, zuschauerfreundlicher und für die Eltern nachvollziehbarer machen …

Doch nun zum Turnier, das mit 270 Kämpfern stark besetzt und laut Hubi hervorragend organisiert war.

Als erster musste schon früh am Vormittag Linus Hollnagel in der Klasse bis 43 Kilo ran, in der 22 Kämpfer am Start waren. Gleich im ersten Kampf kam er gegen den starken Davyd Mallyy (BC Karlsruhe), den Linus, der in der ersten Runde ein Freilos erhielt, gut studiert hatte. So konnte er die Spezialtechniken des Karlsruhers unschädlich machen. Linus hat gut und schnell agiert und auch einen Ausheber nach hinten angesetzt, mit dem er den Gegner von den Beinen holte. Leider fiel Linus dabei selbst auf den Rücken. Obwohl keine Übernahmeaktion des Gegners erkennbar war, erhielt dieser den Ippon. In der Trostrunde gegen Paul Simon aus Backnang dominierte Linus den Kampf mit vielen verschiedenen Angriffen, denen sein Gegner nur mit Mühe ausweichen konnte. Wieder war es ein Konter, mit dem Linus seinen Gegner in die Bodenlage brachte. Doch die Wertung blieb aus. Erst beim zweiten Konteransatz, mit dem der Backnanger regelrecht ausgehoben wurde, gelang Linus dann ein Waza-ari. Den anschließenden Haltegriff konnte Linus nicht ganz bis zum Ippon halten, aber ein zweiter Waza-ari war der Lohn. Die Freude des Gegners währte aber nicht lange, denn Linus nahm in nach der Befreiung sofort wieder in einen Haltegriff und ging aus diesem dann in Ashi-gatame über, den er bis zum Abschlagen des Gegners durchzog. Damit hatte er den Kampf mit Ippon gewonnen. In der dritten Begegnung stand Linus Vincent Kietner aus Reutlingen gegenüber, den er früh mit O-uchi-gari, für den es Waza-ari gab, werfen konnte. Erneut schloss Linus daran einen Haltegriff an, den er aber durch eine Beinklammer seines Gegners kurz vor Ablauf der Haltegriffzeit wieder verlor. Das brachte ihm einen  zweiten Waza-ari und damit eine komfortable Führung ein. Dann gelang seinem Gegner jedoch ein Uchi-mata-Ansatz, den Linus aber im Fallen übernimmt und dann seinen Gegner seinerseits über sich hinwegwirft. „Eine tolle Reaktion“, merkt Hubi an - die Linus aber nichts nutzte, weil eine solche Übernahme anscheinend nicht mehr bewertet wird, so dass sein Gegner für den ersten Ansatz Ippon erhielt. Für Linus sprang somit Rang neun heraus. Angesichts der Tatsache, dass er lange verletzt war und dem jüngsten von drei Jahrgängen angehört, dennoch eine starke Leistung. Vor allem überzeugte Hubi, dass Linus „technisch wirklich toll gekämpft hat“.

Bei den Mädchen hatte es Lena Riegert (bis 57) mit elf Gegnerinnen zu tun, wobei sie im ersten Kampf ausgerechnet gegen Mara Schierhuber aus Haltingen kam, die krankheitsbedingt nicht in ihrem gewohnten Tempo kämpfte und Lena total ausbremste. Lena konnte ihr gewohntes Tempo auch nach einem Shido für Mara nicht gehen und erhielt für einen Nackengriff selbst eine Verwarnung. Sie musste nach einem Konter von Mara, der der Haltingerin den Sieg brachtet, in die Trostrunde, wo sie zunächst kampflos weiterkam, weil ihre Gegnerin trotz mehrerer Aufrufe nicht auftauchte. Im 3. Kampf gegen Mia Maute (TSV Laichingen) gibt Lena dann wie gewohnt Gas und beschäftigt ihre Gegnerin mit ständigen Attacken. Mit einem O-uchi-gari und einem Ko-uchi-gari kommt sie auch zum Erfolg und erhält für jeden Wurf einen Waza-ari. Nach dem zweiten Wurf kann sie ihre Gegnerin in einen Haltegriff nehmen, den sie bis zum Ippon nicht mehr lockert. Damit zieht Lena ins kleine Finale gegen Vera Terner (Tübingen) ein, in das sie sich mit konzentrierter Kumi-kata hineinkämpft. Leider verletzt sie sich dabei am Handgelenk und muss sichtlich unter Schmerzen weiterkämpfen. Doch Lena beißt sich durch und lässt nicht nach. Sie setzt stündig an, so dass ihre Gegnerin nur reagieren kann. Dies führt zu drei Shidos und damit zur Disqualifikation ihrer Gegnerin wegen Passivität. Eine hart erkämpfte Bronzemedaille für Lena, die enormen Siegeswillen zeigte.

Bis 48 Kilo lieferte Fabienne Läufer  einen starken Auftaktkampf, sie verteidigt sich mit schnellen Bewegungen gegen die Angriffe der Gegnerin. Fabienne schafft es, ihre Gegnerin, wenn auch ohne Wertung, in die Bodenlage zu bringen. Doch im Bodenkampf erweist sich ihre Widersacherin als Hebelspezialistin. Zwei Hebelansätzen kann Fabienne entrinnen, den dritten muss sie durch Abschlagen beenden. Den ersten Trostrundenkampf geht Fabienne etwas verhalten an, steigert sich dann aber und kann im Bodenkampf mit einem Haltegriff punkten. Sie geht mit Waza-ari in Führung, wird dann aber mit Waza-ari geworfen, so dass die Entscheidung im Golden Score fallen muss. Hier versucht ihre Gegnern, mit einem O-uchi-gari zum Erfolg zu kommen, den Fabienne mit Ko-soto-gake kontern will – doch leider kann sich die Gegnerin durchsetzen, so dass sie die entscheidende Wertung erzielt. Fabienne musste sich aber nicht grämen, „sie hat echt stark gekämpft“,  so Hubis Fazit. Fabienne ist als Jüngste der Mädchen auch nächstes Jahr noch in der U15 am Start. 

Zweite Starterin bis 48 Kilo war Annabel Sigmund, die nach Freilos in der ersten Runde auf die starke Yvonne Bellok vom KSC Esslingen trifft, die Annabell mit einem schnellen Wurfansatz überrascht und Ippon wirft. Im ersten Trostrundenkampf gegen Johanna Thiem (Kano Heidelberg) dreht Annabell den Spieß um und erzielt für Ashi-guruma eine schnelle Wertung, die dann aber wieder zurückgenommen wird. Annabell gelingt aber anschließend ein Haltegriff, den sie durch Beinklammer ihrer Gegnerin kurz vor dem Gong verliert. Der Waza-ari ist ihr nun aber nicht mehr zu nehmen. Danach dieselbe Aktion, Annabel zwingt ihre Gegnerin durch einen unbewerteten Ansatz in die Bodenlage und nimmt sie in den Haltegriff. Nun lässt sie nicht mehr locker und gewinnt mit Ippon. Danach geht es gegen Katharina Pschibul (Rottenburg). In diesem Kampf kann Annabel ihre neue Stärke, einen links angesetzten Ashi-guruma, voll zur Geltung bringen. Sie holt ihre Gegnerin damit schnell von den Beinen, erhält einen Wazar-ari und schließt im Boden gleich einen Haltegriff an den Wurf an, den sie bis zum Ippon hält.  Damit zieht Annabel ins kleine Finale gegen Karolin Hänle (Nürtingen) ein, ohne allzu viel Kraft zu lassen. Die Gegnerin im Kampf um Bronze ist einen Kopf größer als Annabel, die es nicht so richtig schafft, vor sie zu kommen, um selbst einen Wurf anzusetzen. Dafür setzt Annabel einen Konter an, für den sie zwar keine Wertung erhält, an den sie aber im Bodenkampf trotzdem einen Haltegriff anschließen kann, der ihr den Sieg mit Ippon einbringt. Damit holt Annabel mit einem konzentrierten Auftritt die zweite Bronzemedaille für unseren Verein!

Als letzte unserer Mädchen musste Jennifer Piper in der Klasse bis 52 Kilo (zwölf Starterinnen) auf die Matte, die zeigte, dass sie in den letzten Monaten enorme Fortschritte machte. Die erste Gegnerin Gesa van Almsick (Weilimdorf) holt sie (nach einem Freilos in Runde eins) nach nur fünf Sekunden mit O-goshi von den Beinen, für den Sie Ippon erhält. Dann war die starke Ellie Scott-Stewart (PS Karlsruhe ) im Halbfinale die nächste Gegnerin. Leider geriet Jennifer mit Waza-ari in Rückstand, denn sie gegen ihre immer mehr sperrende Gegnerin verzweifelt aufzuholen versuchte. Aber nicht die Karlsruherin, sondern unverständlicherweise Jennifer erhielt plötzlich einen Shido. Danach zeigte Jennifer ihre ganze technische Klasse: Mit einem blitzschnell angesetzten O-goshi gelingt ihr ein Waza-ari und damit der Ausgleich. Leider muss sie kurz darauf wegen eines ganz kurzen Hinaustretens aus der Kampffläche den zweiten Shido gegen sich hinnehmen. Erst wenige Sekunden vor Schluss haben die Proteste von Hubi Erfolg und auch die weiter sperrende Scott-Stewart erhält endlich einen Shido wegen Inaktivität.  Das war aber zu spät und so musste Jenifer eine unglückliche und etwas zweifelhafte Niederlage mit 2:1 Shido hinnehmen, worüber sie sich  mächtig ärgerte. Nun galt es, sich auf das kleine Finale gegen Celine Balthes (Bietigheim) zu konzentrieren. Diese bekam die noch nicht verrauchte Wut Jennifers voll zu spüren: Nach acht Sekunden holte Jennifer ihre Gegnerin mit einem fulminanten Wurf von den Beinen und gewann mit Ippon Bronze. 

Offene Baden-Württembergische Einzelmeisterschaft U15 am 18. Februar in Kirchberg/Murr:

3. Platz: Annabel Sigmund (-48)

3. Platz: Jennifer Piper (-52)

3. Platz: Lena Riegert (-57)

9. Platz: Fabienne Läufer (-48)

9. Platz: Linus Hollnagel (-43)