Kleinigkeiten können entscheidend sein

Die Süddeutsche Meisterschaft war für unsere Kämpfer ein großes Ding

 


Eine tolle Leistung zeigten unsere Judoka der U15 bei der süddeutschen Meisterschaft am 22. und 23. Oktober in Backnang. Dort war das Niveau sehr hoch, die Unterschiede zwischen den einzelnen Kämpfern aber relativ gering, was dadurch zum Ausdruck kam, dass auch Landesmeisterinnen und Landemeister in der ersten Runde verloren. Man durfte sich also keine Fehler erlauben, sonst lief man gleich Gefahr, als Verlierer von der Matte zu gehen. Unsere Judoka verstanden es glänzend, sich mit selbstbewussten Aktionen in Szene zu setzen, sie versuchten, ihre Kämpfe zu dominieren, was freilich nicht immer gelang. Konsequentes Angreifen und Durchziehen der Ansätze auch dann, wen man bereits ausgepumpt ist und die Kräfte schwinden - daran fehlte es noch etwas. Am Ende aber waren die Betreuer Tina Hauert, Hubert Gerspacher und Herbert Frey mit den gezeigten Leistungen zufrieden.

Luca Schwiening (bis 66 Kilo)
1. Kampf: Max Festner (ATV Nürnberg): Luca erzielt einen Yuko mit einem tollen Uki-waza, den er dann clever über die Zeit bringt.
2. Kampf: Timon Frikel (TSV Freudenstadt): Luca hatte keine Zeit, sich vom ersten Kampf zu erholen und verliert kurz vor Schluss mit Ippon. Sein Gegner, Zweiter der Württembergischen Meisterschaft, setzt Tonoe-nage an, für den es Yuko gibt und kann Luca dann in einen Haltegriff nehmen.
3. Kampf: Arthur Christmann (TV Neustadt): Wieder kann Luca kaum Verschnaufen. Am Boden in Rückenlage, versucht Luca, den Neustädter, den er bei den Badischen noch souverän bezwungen hat, zu drehen. Dies misslingt, so dass er in einen Haltegriff gerät und verliert.
Endplatzierung: Rang neun

Fabienne Läufer (bis 44)
1. Kampf: Laura Kiehne (VfL Ulm): Fabienne liefert gegen die Württembergische Meisterin einen sensationellen Kampf ab und geht nach einer Kombination „vor und zurück“ mit Waza-ari in Führung. Ihre verdutzte Gegnerin kann zwar noch ausgleichen, verliert dann aber total ihre Linie und erhält für das Verlassen der Matte einen Shido. Dieser ist ausschlaggebend für Fabiennes Sieg.
2. Kampf: Katinka Kuhlmann (TV Altdorf): Der erste Kampf hat Fabienne kräftemäßig und mental alles abverlangt, so dass sie den zweiten leider verliert.
3. Kampf: Julia Kuhn (Großhadern): Fabienne muss in ihre Kämpfe immer zuerst hereinfinden und sich „reinbeißen“. Dazu lässt ihr ihre Gegnerin aber keine Zeit. Einem Uchi-mata-Ansatz kann Fabienne nicht schnell genug ausweichen, so dass sie von den Beinen geholt wird.
Endplatzierng: Rang neun, eine gute Platzierung für die Jüngste unserer Starterinnen.

Annabel Sigmund (bis 48)
1. Kampf: Sarah Mehlau (SV Winenden): Nach starker Gegenwehr muss sich Annabel der Württembergischen Meisterin, die den Braungurt trägt, im Bodenkampf beugen. Sie gerät in einen Haltegriff, aus dem sie nicht entrinnen kann.
2. Kampf: Michelle Grüber (ASV Eppelheim): Annabell muss eine unglückliche Niederlage hinnehmen. Ein O-soto-gari-Ansatz ihrer Gegnerin bringt sie ins Straucheln und endet schließlich am Boden mit einem Haltegriff. Auch diesmal gelingt Annabel die Befreiung leider nicht.
Endplatzierung: 9. Rang

Leonie Karkoschka (bis 48)
1. Kampf: Lea Schmid (PSV Königsbrunn): Eine unangenehme Gegnerin, die Leonie auf Distanz hält und so blockt, dass man ihr keine Strafe geben kann. Leonie versucht es immer wieder, kommt aber mit ihren Techniken nicht durch. Dafür macht ihre Gegnerin „Alibiansätze“, die dazu führen, dass Leonie drei Shidos wegen vermeintlicher Passivität erhält. Nur wegen dieser Strafen verliert sie den Kampf. Vielleicht wäre ein Umstellen auf die Linksauslage ein probates Mittel gewesen.
2. Kampf: Marie Gförer (JSV Tübingen): Gegen Württembergs Nummer drei dreht Leonie richtig auf und erzielt mit einem tollen O-uchi-gari einen Ippon
3. Kampf: Sarah Spitzhirn (Großhadern): Gegen die Dritte der bayrischen Meisterschaft zeigt Leonie, dass man auch dann Hebeln kann, wenn man sich in der Beinklammer befindet. Ihr gelingt ein Ude-gerami und damit der zweite Sieg.
4. Kampf: Paula Lerch (Großhadern): Leonie versucht, in den Kampf hineinzufinden, ist dann aber gegen einen Uchi-mata-Ansatz ihrer Gegnerin machtlos.
Endplatzierung: Rang sieben

Jennifer Piper (bis 52)
1. Kampf: Jessica Freytag (JT Ansbach): Ein unglücklicher Auftakt für Jennifer. Im Bodenkampf verdreht sie sich das Becken und verliert im Haltegriff.
2. Kampf: Hanna Forstner (Großhadern): Jennifer kämpft trotz Schmerzen weiter. Gegen die Bayrische Meisterin, die überraschend in der ersten Runde verlor, droht das Aus. Doch Jennifer gelingt ein Ko-uchi-gari, für den sie Ippon erhält. Damit schickt sie Bayerns Nummer eins sieglos nach Hause.
3. Kampf: Lilli Knaack (TSG Albershausen): Als Nächste wartet die Württembergische Vizemeisterin, die Jennifer mit einem überraschend links angesetzten O-goshi, für den es Ippon gibt, besiegt.
4. Kampf: Philine Broding (Großhadern): Dieser Kampf nimmt einen unglücklichen Verlauf für Jennifer. Sie muss einem frühen Rückstand hinterherlaufen und das Risiko ständig erhöhen. Das führt dazu, dass sie kurz vor Schluss mit Tani-otoshi ausgekontert wird.
Endplatzierung: Rang sieben

Anka Koller (bis 57)
1. Kampf: Amelia Hinderer (SS Kustusch Stuttgart): Die Württembergische Meisterin aus Suttgart strebt gegen Anka einen schnellen Sieg mit Ippon an, was ihr aber nicht gelingt, da Anka voll dagegenhält. Bei einem Tani-otoshi-Ansatz fehlt Anka dann aber die letzte entscheidende Drehung zur Gegnerin hin, so dass sie auf den Rücken fällt, was als Ippon für die Gegnerin gewertet wird. Damit muss Anka in die Trostrunde.
2. Kampf: Svenja Gruber (SV Neuhaus): Die Bayrische Nummer drei entpuppt sich als sehr stark, doch Anka gelingt es, im Bodenkampf einen Juji-gatame anzusetzen, den sie dann auch bis zum Abschlagen der Gegnerin durchzieht.
3. Kampf: Esther Ringler (SC Gröbenzell): Diesmal ist der Kampfverlauf genau umgekehrt: Anka gerät in einen Hebel und muss schließlich abschlagen.
Endplatzierung: Rang neun

Jana Scharfenstein (über 63)
1. Kampf: Elly Rauch (TV Schwürbitz): Bayerns Nummer drei ist deutlich schwerer als Jana, was sie wohl dazu verleitet, sorglos ohne sicheren Griff einzudrehen. Das nutzt Jana zu einem dynamischen Tani-otoschi, für den es Ippon gibt. Der Kampf ist nach nur wenigen Sekunden zu Janas Gunsten beendet.
2. Kampf: Sara Gentner (JZ Heubach): Jana muss richtig beißen – nicht nur, weil ihre Gegnerin ein im wahrsten Sinne des Wortes schwerer Brocken ist, sondern auch, weil sich ihre Knieverletzung wieder bemerkbar macht. Jana macht mit letzter Kraft einen Waza-ari Rückstand wett, dann aber ist sie gegen einen O-soto-gari ihrer Gegnerin machtlos. Nach tollem Fight verliert Jana diesen Kampf.
3. Kampf: Anna Gerg (TV Lenggries): Gegen die bayrische Meisterin sind Chancen da, am Ende aber steht Jana mit leeren Händen da und muss die Begegnung verloren geben.
Endplatzierung: Rang neun. Wäre Jana voll bei Kräften gewesen, wäre mehr drin gewesen, denn süddeutsche Meisterin wurde mit Esra Yazici (Donaueschingen) eine Kämpferin, die Jana bei der Badischen Meisterschaft klar bezwungen hat.