Luca, Jennifer und Jana holen Landesmeistertitel!

Das war eine wirklich erfolgreiche Badische Meisterschaft für den JC

 

Schon die südbadische Meisterschaft der Altersklasse U15 am 24. September bei uns in Efringen-Kirchen hatte uns viele Medaillen beschert. Nun, eine Woche später, bei der Badischen Einzelmeisterschaft am 1. Oktober in Tiengen, setzten unsere Mädchen noch eins drauf. Und auch Luca Schwiening, der für die Badischen gesetzt wurde, weil er am 24. September mit dem Juniorteam des Deutschen Judobundes unterwegs war,  mischte nun kräftig mit. Und das tat er absolut spektakulär und begeisternd. Es war tatsächlich Lucas erster Auftritt  bei einem deutschen Turnier in diesem Jahr, entsprechend wussten weder er, noch sein Vater Dirk und die Betreuer, was sie erwarten konnten.  Luca jedenfalls kämpfte befreit und ohne Coaching von der Bank auf. Gleich im ersten Kampf in der mit sechs Athleten besetzten Kategorie bis 66 Kilo traf er auf den am stärksten eingeschätzten Gegner, nämlich auf Luca Baroncino aus Ettlingen. Unser Luca wollte erst einmal in den Kampf hineinkommen und testen, was der Gegner so zu bieten hat. „Der hat immer kräftig nach vorne gedrückt“, stellte Luca schnell fest. Also brachte er überraschend einen Selbstfaller in der Art eines Uki-waza, der auch perfekt klappte. Luca drehte weiter und nahm seinen Gegner gleich in einen Haltegriff. Der Kampfrichter gab Waza.-ari für den Wurf und Osae-komi für den Haltegriff, den Luca bis zum Ippon hielt. Nach diesem Sieg war der Knoten geplatzt: Gegen den körperlich sehr starken Arthur Christmann (TV Neustadt) gelang Luca dann der spektakulärste Wurf der Turniers, indem er einen Angriff mit einer blitzschnellen Technik konterte, die man als Tani-otoshi, der nur über ein Bein gezogen wird oder als Fußfeger interpretieren konnte. Der Gegner jedenfalls krachte voll auf den Rücken – und blieb erstmal völlig verdutzt liegen. Danach griffen Vater und Betreuer doch mal kurz ein: Jetzt nur nicht übermütig werden und die noch folgenden drei Gegner unterschätzen, lautete die Vorgabe. Doch da bestand keine Gefahr: Jan Gehring (Mosbach) warf Luca mit Tani-otoshi Ippon und Tom Kiefer (Ötigheim)  holte er mit Ashi-guruma von den Beinen. Im letzten Kampf gegen Valentin Kohler (Bad Krozingen Hausen) ließ sich Luc dann auf den Bodenkampf ein und musste eine brenzlige Situation überstehen, aus der er sich aber glänzend befreien konnte. Standesgemäß beendete er den letzten Kampf mit einem Haltegriff, für den es Ippon gab. Nach einem seiner besten Turniere nahm Luca die Goldmedaille in Empfang.

Das war eine starke Vorgabe für unsere Mädchen, die im „Zehnerpack“ antraten und auch alle ihr Gewicht brachten.  Als Leichteste musste Ellen Gerspacher (bis 40) in der Klasse bis 40 Kilo mit als erste auf die Matte. Den starken Gegnerinnen bot sie von Anfang an Paroli und versuchte auch, noch mehr Angriffsgeist als bei der südbadischen Meisterschaft zu entwickeln. Leider wurde sie nicht immer dafür belohnt, das unermüdliche Angreifen aber beeindruckte. Rang fünf und die Qualifikation für die Süddeutsche war der Lohn ihres couragierten Auftrittes. Couragiert ging auchFabienne Läufer als jüngste unserer Akteurinnen in der Klasse bis 44 Kilo auf die Matte. Einmal mehr zeigte sich, dass Fabienne eine Kämpferin ist, die erst einmal auf Betriebstemperatur kommen muss. Sie biss sich in ihre Kämpfe richtig hinein und wurde, je länger ein Gefecht dauerte, immer stärker. Vor allem die Aktionen am Boden waren überzeugend und durchdacht. So verwunderte es nicht, dass sie am Ende als Bronzemedaillengewinnerin auf dem Treppchen stand.

Gleich drei Eisen hatten wir in der Klasse bis 48 Kilo im Feuer, wobei  Annabel Sigmund die wohl schwerste Auslosung erwischte und gleich gegen eine Braungurtträgerin antreten musste. An Selbstbewusstsein mangelte es ihr zwar nicht, so dass sie ihrer Gegnerin beherzt entgegentrat, dennoch kam sie mit ihren links angesetzten Eindrehern nicht in gewohnter Weise durch, so dass dieses Gefecht knapp verloren ging. Im weiteren Turnierverlauf  versuchte Annabel dann, in die Erfolgsspur zurückzufinden, sie investierte sehr viel, wurde aber nicht immer in vollem Umfang für ihren Einsatz belohnt. Mit einem guten fünften Rang konnte sie am Ende aber vollauf zufrieden sein. Ganz unglückliche Niederlagen musste in dieser Klasse Isabella Frank hinnehmen, die gegen starke Gegnerinnen nicht nur mithielt, sondern teilweise auch in Führung ging.  Letztendlich fehlte es auch an ein wenig Wettkampfglück, um weiter vorne zu landen. Am Ende sprang für Isabella der siebte Rang hinaus. Erfolgreichste in dieser Kategorie war Leonie Karkoschka, die gleich zu Beginn enorm beißen musste. Sie zermürbte ihre erste Gegnerin aber mit ständigen Attacken und kam schließlich mit einem Ko-soto-gake, einem kleinen Einhängen, zum Erfolg. Weitere starke und siegreiche Auftritte folgten, denen eine unglückliche Niederlage entgegenstand. Ein starker dritter Rang war für Leonie der Lohn. Da in der Klasse bis 48 Kilo eine Kämpferin für die Südbadische gesetzt war, qualifizierten sich hier nur die ersten drei für die höchste Wettkampfebene.

In der Klasse bis 52 Kilo, die sehr gut besetzt war, fightete Hannah Pfahler gewohnt stark. Aber auch sie wurde nicht immer für ihre Bemühungen belohnt. Dass in einem Kampf gleich zwei Wertungen von ihr wieder zurückgenommen wurden, dann aber die einzige gute Aktion ihrer Gegnerin mit dem Schlussgong gewertet wurde, obwohl sie außerhalb angesetzt war, sorgte für einige Erregung. Auch wenn die Kampfrichter ihrer Bewertung erläuterten (sie sahen die Technik ihrer Gegnerin als Reaktion auf einen Ansatz von Hannah an, und eine solche Folgeaktion darf auch jenseits der Kampffläche erfolgen), so entsprach der Ausgang doch keineswegs dem Verlauf des Kampfes. Auch in dieser Klasse reichte Rang fünf, den Hannah sich erkämpfte, leider nicht für die Qualifikation zu den Süddeutschen.

Einen ihrer besten Judokampftage erwischte Jennifer Piper in der Klasse bis 52 Kilo. Obwohl sie keineswegs eine gute Auslosung hatte, zeigte sie von Beginn an, dass sie sich für diese Meisterschaft richtig viel vorgenommen hatte. Und das setzte sie dann auch um. Sie kämpfte nicht unbedingt spektakulär, aber clever und effektiv. Das wurde nach zwei Auftaktsiegen im Halbfinale gegen die südbadische Meisterin Lea Koch (JSV Villingen) deutlich, der Jennifer bei der südbadischen Meisterschaft noch unterlegen war. Aus dieser Niederlage hatte sie gelernt und ließ sich nicht mehr von ihrer Gegnerin die Laufrichtung aufzwingen. Stattdessen überraschte sie mit einem links angesetzten Tai-otoshi. Der anschließende Haltegriff machte dann den Sieg perfekt. Im Finale traf Jennifer auf die nordbadische Meisterin Lenya Lippert (JSC Heidelberg), die sie überhaupt nicht zur Entfaltung kommen ließ. Jennifer zwang ihre Gegnerin in den Bodenkampf und spielte dort ihre Stärken aus. Auch den Finalkampf gewann sie nach einem 20 Sekunden lang gehaltenen Kesa-gatame mit Ippon. Damit holte sich Jennifer ihren ersten Badischen Titel!

In der Klasse bis 57 Kilo hatten es Lena Riegert und Anka Koller mit physisch starken Gegnerinnen zu tun, denen sie aber nichts schuldig blieben. Beide gewannen ihre Auftaktkämpfe mit einer Energieleistung. Anka gelang dabei  ein starker Ko-soto-gake. Mit dieser Technik versuchte sie auch gegen die spätere Siegerin Marie Biller (Überlingen) zum Erfolg zu kommen, hatte aber das Einhängen nicht entsprechend vorbereitet, so dass sie die entscheidende Wertung gegen sich hinnehmen musste. Nachdem auch Lena ihren zweiten Kampf gegen Mara Schierhuber aus Haltingen knapp verloren hatte, mussten beide in die Trostrunde, die sie auf Rang fünf beendeten. Bevor es aber zum Qualifikationskampf um den Startplatz bei der Süddeutschen kam,  tauchte verspätet die nordbadische Meisterin auf, die im Stau gestanden hatte. Anka und Lena erklärten sich beide fair damit einverstanden, die Nordbadenerin um den fünften Rang mitkämpfen zu lassen und besiegten sie beide. Damit kam es doch zum Entscheidungskampf Efringen gegen Efringen, den schließlich Anka für sich entschied.

Nichts anbrennen ließ diesmal Jana Scharfenstein (+63): Deutlich aggressiver als noch eine Woche zuvor ging sie zu Werke, was ihren Gegnerinnen gar nicht behagte. Die erste Kontrahentin strich schnell die Segel und ermöglichte Jana einen schnellen, lockeren Ippon.  Esra Yazici (Donaueschingen), die bei der Südbadischen noch triumphiert hatte, hielt da schon kräftiger dagegen, hatte letztendlich aber keine Chance gegen einen kraftvollen Eindreher von Jana, der ihr den Sieg und damit Gold brachte. 

Unabhängig von den Platzierungen galt am Ende das Fazit von Coach Hubert Gerspacher, der die Kämpferinnen mental hervorragend  auf das Turnier eingestellt hatte, dass ganz unabhängig vom Ergebnis die kämpferische Einstellung und das Bemühen, technisch flexibel zu kämpfen, bei allen gestimmt hat.

Der JC Efringen-Kirchen war am Ende zweiterfolgreichster Verein hinter dem BC Karlsruhe.

 

Badische Einzelmeisterschaft U15 am 1. Oktober in Tiengen:

1.Platz: Luca Schwiening (bis 66 Kilo)

1.Platz: Jennifer Piper (bis 52)

1.Platz: Jana Scharfenstein (+64)

3.Platz: Fabienne Läufer (-44)

3.Platz: Leonie Karkoschka (-48)

5.Platz: Ellen Gerspacher (bis 40), qualifiziert

5.Platz: Anka Koller  (bis 57), qualifiziert

5.Platz: Annabel Sigmund (bis 48)

5.Platz: Hannah Pfahler (bis 52)

5.Platz: Lena Riegert (bis 57)

7.Platz: Isabella Frank (bis 48)

Trainer: Hubert Gerspacher, Herbert Frey