Manchmal gewinnt man und manchmal lernt man

So lautete wohl die Kurzzusammenfassung unserer ersten Teilnahme am Deutschen Jugendpokal der U16.

Voller Tatendrang reisten wir mit unserer Mädchenmannschaft am Freitag nach Frankfurt, kämpften uns durch den Verkehr und schafften es dann, trotz grosszügig bemessener Fahrtzeit, gerade noch zum sehr interessanten gemeinsamen Auftakttraining mit U18 Bundestrainer Bruno Tsafac. Während des Trainings erfolgte dann auch die Akkreditierung und das wiegen - ein erster Erfolg, alle hatten das angepeilte Gewicht. 

Doch schon ein Blick in die Wettkampfliste zeigte, leicht würde es nicht werden, hatten wir doch sehr starke Gegner in unserem Pool und nur die Pool erst- oder zweitplatzierten qualifizierten sich zur Hauptrunde am Sonntag.

Im unserem ersten Kampf, gegen die Kampfgemeinschaft Potsdam/Spremberg, die sich wohl aus einem Sportgymnasium heraus rekrutierte (und später den zweiten Platz belegte) zeigte sich dann auch gleich, dass wir nicht mithalten konnten.  5:0 bei einer Gesamtkampfzeit unserer Mannschaft von unter einer Minute lautete dann auch das niederschmetternde Ergebnis dieses Begegnung. 

Von diesem Schock sollte sich unsere Mannschaft dann auch nicht so schnell erholen, wie sich dann auch, trotz aufmunternder und puschender Worte der Betreuer Tina Hauert und Dennis Traut, in der zweiten Begegnung gegen Herford zeigte. Unsere Mädchen fanden überhaupt nicht in Ihre Form und waren immer noch wie gelähmt, was dann in einen 4:1 gegen uns (weil Herford eine Gewichtsklasse nicht besetzt hatte) endete. 

Nach einem eindringlichen Weckruf in der Umkleidekabine ist unsere Team dann zwar aufgewacht, musste aber in der dritten Begegnung gegen die Kampfgemeinschaft Kim Chi Wiesbaden/ Rüsselheim antreten (dem späteren Turniersieger). Das darf man dann wohl auch Lehrstunde nennen, bereitete es den Hessen doch keinerlei Mühe uns 5:0 kaltzustellen. Sehr schade, da der Kampfauftakt bei allen Kämpfern hier schon deutlich besser war aber gegen einen Mannschaft mit einem Bundesligateam im Heimverein war dann auch einfach kein Rezept zu finden und wir konnten im weiteren Turnierverlauf dann auch sehen, zu welcher Form unsere Gegner hätten auflaufen können, wären wir nur besser gewesen - da wären wir nie rangekommen. 

Der Frust war gross und ist dann auch in Ärger umgeschlagen, den unsere 4. Gegner - die Kampfgemeinschaft Visbeck/Hollage aus Niedersachsen - voll abbekommen haben. Unsere Mädchen wollten sich dann die Blösse komplett geschlagen wieder nach Hause zu fahren doch nicht geben und legten einen fulminanten 4:1 Sieg hin. Es war schön zu sehen wie sie dann letztendlich doch noch zu ihrer Form gefunden haben.

Als Poolvierter war für uns die Hauptrunde dann auch unerreichbar und so konnten wir am Sonntag den parallel zu den Wettkämpfen stattfindenden Lehrgang mit Nationalkämpferin Szaundra Dietrich geniessen, die uns dann noch wertvolle Tipps gab.

Nicht demotiviert sondern um eine Erfahrung reicher und mit dem Wissen, was alles möglich sein kann, wenn man nur ordentlich Gas gibt, ist unsere in letzter Zeit erfolgsverwöhnte Mädchenmannschaft dann am Sonntag wieder nach Hause gefahren – in der festen Überzeugung hier wieder anzutreten und mehr zu erreichen, auch wenn sich alle einig waren, dass es für das Treppchen auch im nächsten Jahr extrem schlecht aussieht, aber die Vorrunde zu überstehen, das wäre doch schon mal was…

 

Deutsche Jugendpokal U16 10-12 Juni in Frankfurt/Main. Es kämpften:

- 42kg Isabella Frank

- 47kg Annabelle Sigmund

- 53kg Anka Koller/Jennifer Piper

- 60kg Lena Riegert/Larissa Piper

+60kg Jana Scharfenstein