Katame no Katatj

固の形 ( Form der Kontrolle/Bodentechniken )

Die Katame No Kata bildet mit der Nage no Kata (und auch je nach Betrachtungsweise auch Gonosen no Kata) zusammen die Randori no Kata. Mit der Katame no Kata werden die grundlegenden Prinzipien des Bodenkampfes vermittelt.

Die Katame no Kata dokumentiert den Übergang von Jiu Jistu zu Judo im Bereich der Haltegriffe, Würger und Hebeltechniken. So Kano z.B. Ude hishigi hiza gatame und Ashi garami, zu Zeiten der Jiu Jistu Kämpfe sehr beliebte und erfolgreich angewendete Techniken, in Erinnerung an seine Meister in diese Kata aufgenommen. Die Kata enthält einen grundlegenden und repräsentativen Technikquerschnitt (Modellcharakter der Kata) aus den Gruppen der Grifftechniken. Am Ende des Artikels haben wir Videos dazu verlinkt.

Die Kata bietet ein umfassendes diagnostisches System, durch das man feststellen kann, ob Tori und Uke die Kata und ihre technischen Elemente der Grifftechniken entsprechende der ihnen innewohnenden Prinzipien geistig erfasst und körperlich begriffen und sachgerecht ausgeführt haben. So dient die Kata der Überprüfung der Grifftechniken beider Partner. Uke verteidigt sich durch kräftige, wenig zurückhaltende Angriffe gegen die Schwachpunkte von Toris jeweiliger Technik, die in unbeweglich machen soll. Tori setzt seinerseits seinen Angriff gegen Ukes Aktionen der Neutralisierung oder Verteidigung fort. So wechseln die Rollen von Angreifer und Verteidiger.

Tori bereitet in dieser Kata seine Angriffe stets ruhig und sorgfältig vor und führt sie dynamisch und wirkungsvoll aus. Bei den drei Gruppen der Grifftechniken arbeiten Tori und Uke in dieser Kata eng zusammen, und zwar:

  • Für die wirksame Anwendung der Haltegriffe (Osae Komi Waza) ist es sehr wichtig, dass Tori ständig Ukes Körperbewegungen kontrolliert, bevor dieser mit dem Gegenangriff beginnt. Uke unternimmt jeweils drei reale und deutlich voneinander unterscheidbare Befreiungsversuche, die aufeinander aufbauen. Tori korrigiert dabei seine Haltung (niedriger Schwerpunkt, Kontrolle des Kopfes) entsprechend den Befreiungen.
  • Für die wirksame Anwendung der Würgetechniken ist es wichtig Ukes Halsschlagadern einzeln oder gemeinsam in der richtigen Art und Weise zusammenzupressen. Ferner muss Ukes Oberkörper zuerst kontrolliert werden, bevor Ukes hals an Toris Brust zum Würgen gezogen wird. Uke unternimmt einen Befreiungsversuch.
  • Für die wirksame Ausführung der Hebeltechniken ist es sehr bedeutsam, die Prinzipien der Hebelwirkung an Ukes Ellbogen bzw. Knie richtig anzuwenden. Tori hebelt stets mit grosser Sorgfalt und beendet die Technik unverzüglich, sobald Uke aufgibt. Bevor Tori hebelt, muss er Ukes Körper sicher kontrollieren, da sich Uke ansonsten befreien kann.

Die Katame no Kata besteht aus drei Gruppen mit jeweils fünf Techniken, die genau in dieser Reihenfolge ausgeführt werden:

Katame-Waza (Haltegriffe)
Kuzure-Kesa-Gatame (Schärpe oder Kissen)
Kata-Gatame (Kontrolle der Schulter)
Kami-Shiho-Gatame (Halten vom Kopf her)
Yoko-Shiho-Gatame (Halten von der Seite)
Kuzure-Kami-Shiho-Gatame (Halten vom Kopf her als Variante)
Shime-Waza (Würgetechniken)
Kata-Juji-Jime (Würgen über Kreuz)
Hadaka-Jime (freies Würgen)
Okuri-Eri-Jime (Würgen mit Hilfe des Revers)
Kataha-Jime (Würgen über Kreuz als Variante)
Gyaku-Juji-Jime (Würgen mit festlegen des Arms oder Schulter)
Kansetsu-Waza (Hebeltechniken)
Ude-Hishigi-Ude-Garami (Gebeugter Armhebel)
Ude-Hishigi-Juji-Gatame (Hebel am gestreckten Arm)
Ude-Hishigi-Ude-Gatame (Arm Drehstreckhebel)
Hiza-Gatame (Knie bzw. Beinhebel)
Ashi-Garami (Hebel am Knie/Bein)

Hier die drei Gruppen der Katame no Kata zum anschauen:

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